Viele Ideen für Hauptstraße
Mombacher Lebensader soll umgestaltet werden - Quartiermanagerin: 2011 könnte es losgehen
Funktionaler, schöner, entzerrter: Drei Architekturbüros haben jetzt ihre Vorschläge für die Mombacher Hauptstraße vorgelegt.

MOMBACH. Die Überplanung der Hauptstraße in Mombach geht zügig voran: Nach der Vorstellung erster Pläne sollen schon am 16. November detaillierte Ausarbeitungen zur Diskussion und wenig später zur Entscheidung gestellt werden.
Doch die Umsetzung im Regionalfenster der Sozialen Stadt dürfte sich hinziehen: Der Architekt Klaus Bierbaum spricht gar von einer Lebensaufgabe. Etwas optimistischer zeigt sich da Quartiermanagerin Dagmar Hefner: Mit Glück könnten 2011 erste kleinere Projekte in der verwirklicht werden.

Drei Architekturbüros haben ihre Vorstellungen von einer künftigen Hauptstraße entwickelt. Die Landschaftsarchitekten Bierbaum und Aichele plädieren für ein großes Aufräumen: Zu viele Gestaltungsmerkmale finden sich demnach in dem Bereich.
Ein Beispiel ist der Platz am Brünnchen: Dort drängeln sich auf engsten Raum Poller, Blumenkübel, Bänke und mehrere Bäume. Das Büro rät grundsätzlich zu einer Reduzierung und Konzentration aufs Wesentliche.
Adler & Olesch haben dagegen mehr die Verkehrsader im Blick: Tempo-30-Zone, Verlagerung der Bushaltestelle vor der Herz-Jesu-Kirche zur Nestléstraße und schließlich die Wegnahme der Straßenverengungen sind einige Vorschläge des Büros.
Das Büro "Stete Planung" schließlich unterteilt die Hauptstraße in fünf Abschnitte wie etwa den alten Ortskern, Gewerbegebiet und die "funktionale Mitte" mit den Geschäften. Je nach Sektor schlagen die Architekten unterschiedliche an die Funktionen angepasste Lösungen vor. Zudem werden Schwachpunkte genannt wie der Platz vor der Nikolauskirche, der allerdings mit dem geplanten Bau des Kirchturms umgestaltet werden soll, oder der Einmündungsbereich der Dietzestraße. Weitgehende Einigkeit herrscht unter allen Büros, dass die Ortseingänge von Mombach verbesserungswürdig sind.

Mit der Planungswerkstatt und den Plänen ist Hefner zufrieden: "Es gibt unterschiedliche Ansätze, anregende Diskussionen und viele Sichtweisen." Wichtig ist ihr vor allem, dass in dem Gremium Architekten, Politiker, Verwaltung und die Bürger an einem Tisch sitzen und die Umgestaltung der Straße gemeinsam angehen. Über die Detailpläne soll dann ein Auswahlgremium mit drei externen Gutachtern, Dezernenten, Verwaltung und Ortsvorsteherin Eleonore Lossen-Geißler (SPD) entscheiden. Die Entscheidung wird wohl neben der Finanzierbarkeit auch Gesichtspunkte wie eine möglichst schnelle Realisierung und die Wünsche der Bürger berücksichtigen.

Ein Favorit hat sich laut Hefner bisher nicht herauskristallisiert. Ihr zufolge ist es denkbar, dass Elemente aus allen Plänen Eingang in die Umsetzung finden. Doch die kann sich verzögern, nicht zuletzt weil die Mittel dafür erst beantragt werden müssen.

Andere Projekte können schneller gelingen: "Der Bolzplatz oberhalb der Friedenskirche wird wohl vorher gemacht", so Hefner. (be)


Quelle: Mainzer-Rheinzeitung Archiv  06.11.2009