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Wohnbau MOMBACH. Im nördlichsten Mainzer Stadtteil hat die Politik die Wahl zwischen "Eigentumsbildung" und "sozialem Wohnungsbau". So sieht es zumindest CDU-Stadtrat Christian Moerchel mit Blick auf ein Bauprojekt der Wohnbau in der Suderstraße. Zwar hatte Ortsvorsteherin Eleonore Lossen-Geißler (SPD) gerade noch betont, dass die Fraktionen gar nicht so weit auseinanderlägen, doch das wies Moerchel von sich. "Wir wollen was ganz anderes als Sie", betonte er in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats. Streitpunkt war ein Antrag der CDU, der die Verwaltung bittet, "auf die stadtnahe Wohnbau GmbH einzuwirken", sodass anstelle der geplanten zehn Mietshäuser eine Reihenhaussiedlung errichtet wird. Die Wohnbau will das Areal innerhalb von zehn Jahren für 21 Millionen Euro umgestalten. Für Ansgar Helm-Becker (Grüne) ist der Antrag nicht nachvollziehbar: "Die CDU hat aus der Sache aber auch gar nichts gelernt." Mit der "Sache" meint Helm-Becker, die noch nicht überwundene Krise der Wohnbau, die auch auf zu viel politischen Einfluss zurückgeführt wird. Zudem sieht er bei dem CDU-Vorschlag, Mietshäuser durch Reihenhäuser zu ersetzen, eine "eiskalte soziale Selektion" am Werk. Peter W. Vollmer (FDP) formulierte kurzerhand einen Änderungsantrag. Demnach soll die Verwaltung Alternativen prüfen, die etwa einen Mix aus Miet- und Eigentumswohnraum vorsehen. Dem mochte sich die CDU nicht anschließen, die nur in Sachen Wohnbau bereit war, etwas zurückzurudern. Das Ergebnis der Abstimmung war eindeutig: Während die Mehrheit den Unionsantrag ablehnte, stimmte sie Vollmers Änderungsantrag zu. Eines stellte Lossen-Geißler jedoch klar: "Wir als Ortsbeirat können der Wohnbau nicht vorschreiben, was sie mit ihrem Eigentum macht." Eintracht herrschte dagegen bei einem Antrag der Ampel zum Ausbau der A 643. Um negative Folgen für Natur und Menschen abzuwenden, soll die Verwaltung, wie Ralf Gerz (FDP) ausführte, darauf hinwirken, dass Landschaftsbrücken mindestens 50 Meter breit werden, Flüsterasphalt für die Straße verwendet und der Lärmschutz auf seine Wirkung auf den Wasserhaushalt überprüft wird. Welche Wirkung ein Antrag des Beirats haben kann, zeigte sich am Beispiel der Pestalozzischule: Nachdem auf Probleme mit dem Verkehr vor der Schule hingewiesen wurde, gab es vermehrte Kontrollen durch die Polizei. Die Situation vor der Grundschule soll weiterhin im Auge behalten werden. (be) |
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Quelle: Mainzer-Rheinzeitung Archiv 12.12.2009 |
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