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Zwei Büttenneulinge setzen Duftmarken MOMBACH. Es gibt sie noch, die Saalfastnacht, wie einst Gott Jokus sie erdacht: eine gesunde Mischung aus politisch-literarischen Beiträgen und herzerfrischendem Kokolores. So verspricht es der CCM auf seiner Webseite - und man hatte tatsächlich riesigen Spaß an der Freud in der ausgebuchten MTV-Halle. Darunter auch elf Ex-Fastnachtsprinzessinnen aus Baden-Baden und der legendäre Startrompeter Walter Scholz. Das Feuerwerk des Frohsinns sprühte von der ersten Minute an. Damit war eine gute Startrampe geschaffen für den Debütanten Patrick Helbach. Der Ex-Schüler, angekommen im Stress der Zeit, geißelte die rigide Arbeitswelt: nur 24 Tage frei, keine Chance mehr für Dubbesgeld - weil er sich Sylt nicht mehr leisten kann, muss er auf den Ballermann. Da war der Bogen nicht weit zur TV-Erotik: "Die rufen dort an, damit was steht - Leute, wie die Zeit vergeht!" Der Schlussappell des 19-Jährigen: "Lasst de Nachwuchs in die Bütt - es gibt genug so Leit wie mich!" Das gilt auch für Lisa Bobzin (18). "Oh mein Papa is bei de Määnzer Fassenacht", sang sie nach einem Arrangement von Klaus Koop, der die Tochter eines CCM-Aktiven auch geschult hatte. Der Eröffnungssong war ihre Bühnenpremiere - und die ist ihr gelungen. Zwei Debüts, bei denen man nur sagen kann: Leute, lasst die Jungen ran. Protokoller und Sitzungspräsident Ralf Falkenstein brachte die Skandale 2009 auf den Punkt: die Fußballfrauen trotz siebenfacher Meisterschaft fast ignoriert; Impfstoff von der Pharma-Mafia für "Bessere" und "schnöden Mob" sortiert; der Internet-Slang geht auf die Eier - und auf dieses Thema stürzt sich die Yellowpress wie Geier: "Tiger Wood holte sein Lasso raus bei viel zu vielen Damen". Ein Protokoll, das die Leute mit seinen rockigen Song-Einlagen zum Toben brachte. "Volksadvokat" Rüdiger Schlesinger klärte das Volk mal so richtig auf. So entsorgt die EU ihre Flaschen: Sie mutieren zu Brüsseler Spitzen. Was sind die Steuertarife in den Bordellen? Wachstumsbeschleunigungsgesetze. "In Mainz, da läuft es wie geschmiert - die Wohnbau alles absorbiert..." Und den "Pokerface-Song" tanzte der Advokat im Ornat, dass das Mikro bebte. Schon mal die Nöte eines Rentners gebührend bedacht? Norbert Roth hilft nach. Mit rollendem R beschwört er zwerchfellerschütternde Katastrophen, auf die sonst kein Mensch kommt: "Ich bin jetzt frei, ich bin zivil - un darf jetzt mache, was sie will... Was da von Liebe übrig bleibt, ist Stoff, auf den man Dramen schreibt." Auf die sanfte Tour kam Mamibubi Heinz alias Frank Böhme zur Fahrschule "Rosa Blitz" - mit Schultüte und ohne jeden Technikverstand. Dann wollte der Fahrlehrer auch noch einen Kuss - und deshalb fährt Heinzi ab jetzt wieder Bus. Bereits in der MRZ gebührend belobigt als Garanten für besten Kokolores und schwungvolle Musik wurden Gaby Elsener alias Apollonia, Jürgen und Oliver Wiesmann, es Geigerfränzje, Oliver Mager, Bernhard und Marian Knab, Peter Rösch, Hilde Bachmann und die Mainzer Hofsänger. Sie staubten auch in Mombach Applaus im Stehen ab - so wie die Spaßmacher-Company, die mit ihrer temperamentvollen Musikshow die Narren auf Stühle und Tische trieb. Ebenfalls gefeiert wurden die Leistungen des Balletts Siefersheim und die fantastisch getanzte Seeräubergeschichte der Truppe vom TV Strinz-Margarethä. Trudy Magin |
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Quelle: Mainzer-Rheinzeitung Archiv 19.01.2010 |
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